More Books by BIC

1947 Feb 01 Einer fortschreitenden Gesellschaft dienen
1982 Jun 01 Die Verheißung von Abrüstung und Frieden
1985 Apr 16 Gleichwertigkeit von Mann und Frau
1985 Feb 21 Die Rolle der Jugend beim Fördern und beim Schutz der Menschenrechte
1985 Jun 10 Hunger – Ein globales Problem
1985 Oct 01 Die Verheißung des Weltfriedens
1986 Apr 22 Entwicklung und Weltfrieden
1986 Feb 14 Verhütung und Bekämpfung von Drogen- und Suchtstoffmissbrauch — aus der Bahá’í-Sicht
1986 Jul 07 Erziehung zu internationaler Verständigung und Frieden
1986 May 26 International Year of Peace
1986 Nov 03 Wirtschaftliche Entwicklung
1987 Jan 07 Die Familie – aus der Bahá’í-Sicht
1988 May 21 Gesundheit, Erziehung und die Rolle der Frauen
1991 Apr 05 ERDCHARTA
1991 Aug 13 Internationale Gesetzgebung für Umwelt und Entwicklung
1993 Jun 14 Weltbürger-Ethos
1993 Jun 15 Weltbürger-Ethos
1993 Nov 25 Die Familie in der Weltgemeinschaft
1994 Aug 22 Internationale Bahá’í-Gemeinde Beitrag zu einem Entwicklungsparadigma für das 21. Jahrhundert
1994 Aug 23 Die Rolle der Erziehung, der Medien und der Kunst in der Sozialentwicklung
1994 Aug 24 Die Rolle der Religion bei der Sozialentwicklung
1995 Mar 03 Entwicklungsperspektiven für die Menschheit
1995 Oct 01 Wendezeit für die Nationen
1996 Mar 15 Dekade für Menschenrechtserziehung der Vereinten Nationen
2000 Aug 29 Die Kraft aller Religionen für die Ziele der Vereinten Nationen bündeln
2000 Sep 08 Der Beitrag der globalen Zivilgesellschaft zur Stärkung der Vereinten Nationen und Reform der Weltgesellschaft
2001 May 28 Korruption überwinden und Integrität in öffentlichen Institutionen schützen - Eine Bahá'í-Perspektive
2001 Nov 23 Der menschliche Geist muss frei sein für die Suche nach Wahrheit
2002 Aug 26 Religion und Entwicklung am Scheideweg - Konvergenz oder Divergenz$%
2005 Oct 01 Freiheit im Glauben
2005 Oct 02 Auf der Suche nach Werten in Zeiten des Übergangs
2006 Jul 02 Über gesetzliche Reformen hinaus - Kultur und Kompetenz in der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen
2008 Feb 06 Stellungnahme der Internationalen Bahá’í-Gemeinde zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
2008 Feb 14 Armutsbekämpfung - einig voran schreiten
Free Interfaith Software

Web - Windows - iPhone








BIC : 1994 Aug 23 Die Rolle der Erziehung, der Medien und der Kunst in der Sozialentwicklung

Dem Zweiten Vorbereitungsausschuß des Weltgipfels für Sozialentwicklung vom 22. August bis 2. September 1994 in New York vorgelegt.

Anmerkungen zu den Entwürfen der Erklärung und des Aktionsprogramms für Sozialentwicklung

I. Erziehung

Erziehung in all ihren Formen ist unstreitig der wirksamste Weg, um Werte, Einstellungen, Verhalten und Fähigkeiten zu formen und zu bilden, die es dann ermöglichen, in einer integrierten Weltgesellschaft wirkungsvoll zu handeln. Die Rolle der Erziehung bei der Förderung der Sozialentwicklung - insbesondere der sozialen Integration - sollte deshalb in entscheidender Weise in der Erklärung und vor allem im Aktionsprogramm angesprochen werden.

Die Einzelheiten eines Erziehungsprogramms und anderer Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration werden sich auf örtlicher, nationaler und internationaler Ebene stark unterscheiden. In unserer zunehmend gegenseitig abhängigen Welt müssen jedoch alle Programme und Initiativen gewisse Aspekte gemeinsam haben. Unter anderem sollten sie

- Einheit in der Vielfalt als ein Grundprinzip für soziale Integration sowohl unter Nationen wie auch innerhalb der Weltgemeinschaft lehren;

- Toleranz, Liebe, Brüderlichkeit, Gleichheit, Mitgefühl, Verständnis, Opferbereitschaft, Demut und tätigen Einsatz für Gerechtigkeit pflegen;

- eine Würdigung des Reichtums und der Wichtigkeit der verschiedenen kulturellen, religiösen und sozialen Formen in der Welt vermitteln, insofern sie zu sozialer Integration, Gerechtigkeit und Einheit beitragen;

- auf den positiven Bemühungen des Landes aufbauen und seine greifbaren Erfolge auf den Gebieten der sozialen Integration herausstellen und dazu gehören auch Modelle der rassischen, religiösen, nationalen und völkischen Einheit;

- sich ganz für die moralische Entwicklung des einzelnen einsetzen, wobei Tugend als die Handlungsgrundlage betont wird, die zu individuellem und gemeinsamem geistigen und materiellem Wohlergehen führt;

- ein Verständnis für die Rechte und die entsprechende Verantwortung aller Menschen vermitteln;

- sich frei von Klischeevorstellungen halten, die sich auf Religion, Kultur, Geschlecht, Rasse, Klasse, Nationalität oder Volkszugehörigkeit gründen;

- an der Basis echte Unterstützung für die Arbeit der Vereinten Nationen wecken, indem die Bedeutung der Vereinten Nationen für weltweite Zusammenarbeit und Verständigung hervorgehoben, ihre universellen Ziele, Absichten und Programme erklärt, ihre unmittelbare Bedeutung für die Völker und Nationen der Welt aufgezeigt und die von ihnen in unserer schrumpfenden Welt in immer stärkerem Maße zu übernehmenden Rolle klargestellt wird;

- eine Ethik des Dienstes an der ganzen Menschheit, zu der die eigene Familie, die Nachbarn und die Gemeinschaft gehören, fördern; und praktische Möglichkeiten für den Ausdruck dieser Ethik des Dienstes vorsehen durch die Einbindung von auf Dienst ausgerichtete Programme in den Erziehungsprozeß.

Die durch die verschiedenen Erziehungsprogramme gelehrten Werte, Einstellungen und Fähigkeiten müssen auch in die Tat umgesetzt werden. Als ein konkretes Beispiel hierzu empfiehlt die Internationale Bahá’í-Gemeinde nachdrücklich, daß vom Weltgipfel für Sozialentwicklung eine Form des Freiwilligen Jugenddienstes eingeführt wird. Wenn dieser Dienst richtig organisiert und begonnen wird und weltweit zugänglich ist, könnte er zu einem sehr wichtigen Mittel werden, das Ideal des Dienstes an der Menschheit in die Praxis umzusetzen und die Jugend auf ein Leben voll aktiver Fürsorge für andere vorzubereiten. Dieser Jugenddienst würde es jungen Menschen auch ermöglichen, die Welt aus erster Hand kennenzulernen. Eine solche Erfahrung würde ihnen auch helfen, jenseits der trennenden Unterschiede - seien sie nun kulturell, religiös, sozial, ethnisch oder national - die Gemeinsamkeiten zu erkennen, die die verschiedenen Völker der Welt verbinden.

Anschauliche Erfahrungen aus dem Jugenddienst könnten in Lehrplänen aufgenommen und auf entsprechende Rollenmodelle müßte im Unterricht hingewiesen werden - Jugendliche, die sich mit Demut um das Lernen und Dienen bemühen. Das würde nicht nur zukünftigen Teilnehmern Kenntnisse vom Jugenddienst vermitteln, sondern es ergeben sich daraus auch begeisternde Geschichten von Jugendlichen, die ihre gemeinsame Menschlichkeit entdecken, Verständnisbarrieren niederreißen und eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit aufbauen.

Es sollte ein besonderer Ausschuß oder eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die Richtlinien, die sich auf das Prinzip der Einheit in der Vielfalt stützen, für die Förderung der sozialen Integration entwickelt, und Vorschläge für die Einbindung dieses Prinzips in die bestehenden formalen und informellen Lehrprogramme unterbreiten. Diese(r) Ausschuß/Arbeitsgruppe könnte damit anfangen, die Vorschläge zu analysieren, die sich in folgenden Dokumenten finden: UNESCO, Erziehung zu internationaler Verständigung, Die Beziehung von Zusammenarbeit, Frieden und Erziehung zu Menschenrechten und Grundfreiheiten (1974). UNESCO, Ein Weltaktionsplan zur Erziehung zu Menschenrechten und Demokratie (1993). Internationale Bahá’í-Gemeinde: Weltbürgertum: Eine globale Ethik zur nachhaltigen Entwicklung.

II. Öffentliches Bewußtsein: Die Rolle der Medien und der Kunst

Die Erklärung und das Aktionsprogramm sollten Kampagnen zur Weckung des Bewußtseins der Öffentlichkeit fordern, um die Aufmerksamkeit auf die Herausforderung der sozialen Integration zu lenken und das Prinzip der Einheit in der Vielfalt zu fördern. Diese Kampagnen sollten die Kunst und die ganze Vielfalt der Medien einsetzen: Fernsehen, Videos, Filme, Radio, elektronische Netzwerke, Bücher, Plakate, Zeitschriften, Flugblätter, Theater und Musik. Sie sollten sich die Unterstützung der Werbe- und Unterhaltungsindustrie sichern/nutzen, der traditionellen und nicht-traditionellen Medien, des ganzen Systems der Vereinten Nationen, aller ihrer Mitgliedstaaten, der NGOs und bekannter Persönlichkeiten. Erreicht werden sollten die Familien in den Wohnungen, die Menschen am Arbeitsplätze, öffentliche Bereiche und Schulen. Die oben für die Erziehungsprogramme empfohlenen Richtlinien sollten auch für diese Kampagnen für soziale Integration gelten.

Die Medien habe einerseits einen starken Einfluß auf die Einstellung und die Wahrnehmung der Menschen und andererseits die schwere Verantwortung, zur sozialen Integration beizutragen. Vorläufig richten die Medien einen großen Teil ihrer Aufmerksamkeit auf die scheinbar unüberwindlichen Unterschiede, die Völker und Nationen trennen, wogegen die Beweise, daß diese Schwierigkeiten überwunden werden können, nur wenig Aufmerksamkeit erhalten. Ein ernsthaftes und weltweites Gespräch muß eingeleitet werden, um die Verwendungsmöglichkeiten der bestehenden und der sich schnell entwickelnden neuen Medientechnologien zu untersuchen, um Hoffnungen zu wecken und soziale Integration und Entwicklung zu fördern. Es liegt in der Verantwortung auch der Medien, den Menschen verständlich zu machen, daß Unterschiede, die zwar oft eine Ursache von Konflikten sind, auch ein wirkungsvolles Hilfsmittel zur Sozialentwicklung sein können. Es wäre schon ein wichtiger Anfang, wenn man Klischees, die sich auf Religion, Kultur, Rasse, Klasse, Nationalität, Volkszugehörigkeit und Geschlecht gründen, aus den Medienprogrammen ausschließen könnte. Indem die Medien sich dann auf konstruktive, verbindende und kooperative Maßnahmen konzentrieren, könnten sie die Fähigkeit der Menschen zu Zusammenarbeit aufzeigen, wenn es um die Überwindung der vor uns liegenden ungeheueren Schwierigkeiten geht.

Die Medien sollten die Wichtigkeit und die Ehre des Dienstes an der Menschheit herausstellen. Durch Dienst manifestieren sich in der Gesellschaft die Grundprinzipien der sozialen Integration - Mitgefühl, Toleranz, Liebe, Verständnis, Opferbereitschaft, Demut und der Einsatz für Gerechtigkeit. Aus Dienst ergibt sich nicht nur ein unmittelbarer Nutzen für die Gemeinschaft, sondern er knüpft auch ein Band der Solidarität und der gemeinsamen Zielsetzung für alle Beteiligten. Gemäß den Bahá’í-Schriften werden Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit in der Welt nur dann fest begründet werden, wenn alle Menschen ""geeint und zielstrebig im Dienst an der ganzen Menschheit wirken.""

Einheit in der Vielfalt, das Grundprinzip der sozialen Integration, könnte auch international, national und örtlich durch Wettbewerbe und Preisverleihungen durch die öffentlichen Medien, durch Schulen, Organisationen und Regierungen gefördert werden. Die Dienste der Werbeindustrie sollten auch zur Förderung der Grundwerte der Sozialentwicklung in Anspruch genommen werden.

III. Zusammenfassung/Schlußfolgerung

Jedes Land sollte einen gewissen Finanzbetrag für die Förderung der sozialen Integration mittels des Grundprinzip der Einheit in der Vielfalt vorsehen. Es sollte auch überlegt werden, die Förderung dieses Prinzips zu den Anzeichen für den Erfolg bei der sozialen Integration anzusehen. Man könnte die Länder zum Beispiel dazu ermutigen, über Erfolge bei der Förderung von Toleranz, von Verständnis für und Würdigung von fremden Kulturen, Verbesserungen bei der Gleichstellung der Geschlechter, vom Konzept der ""Menschheit als einer Familie"" und von Diensten an der Gemeinde, der Nation und der Welt zu berichten.

BIC-Dokument 94-0823: The Role of Education, Media and the Arts in Social Development


Table of Contents: Albanian :Arabic :Belarusian :Bulgarian :Chinese_Simplified :Chinese_Traditional :Danish :Dutch :English :French :German :Hungarian :Italian :Japanese :Norwegian :Persian :Portuguese :Romanian :Russian :Spanish :Turkish :Ukrainian :