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BIC : 1986 Feb 14 Verhütung und Bekämpfung von Drogen- und Suchtstoffmissbrauch — aus der Bahá’í-Sicht

Aktualisierte und überarbeite Erklärung, ursprünglich am 14. November 1974 der Abteilung für Rauschmittel der Vereinten Nationen als Antwort auf einen Fragebogen über »Aktivitäten um Kampf gegen den Drogenmissbrauch« vorgelegt.

Die Internationale Bahá’í-Gemeinde, die aus Bahá’í-Gemeinden in über 140 unabhängigen Ländern mit einer Mitgliederzahl von über drei Millionen (1989: 150 Länder und rund fünf Millionen) Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beiderlei Geschlechts besteht und Menschen aus über zweitausend ethnischen Gruppen vertritt, lebt nach den Grundsätzen und Lehren Bahá’u’lláhs, des Stifters des Bahá’í-Glaubens.

Eines dieser Gesetze ist die »völlige Enthaltsamkeit von allen alkoholischen Getränken, von Opium und anderen ähnlichen süchtig machenden Drogen«. Dieses Verbot wird in einigen nachfolgend zitierten Abschnitten aus den Bahá’í-Schriften behandelt:

1. Das Weintrinken ist den Texten des Heiligsten Buches gemäß verboten, denn es ist die Ursache chronischer Leiden, schwächt die Nerven und zerstört den Verstand... Wahrlich, es wurde jedem Gläubigen, ob Mann oder Frau, verboten.

2. Was jedoch die Frage des Opiums betrifft: Es ist abscheulich und verflucht,... Der Text des Kitáb-i-Aqdas [Bahá’u’lláhs Buch der Gesetze] verbietet es ausdrücklich und verurteilt es in höchstem Maße. Die Vernunft sieht im Opiumrauchen eine Wahnsinnstat, und die Erfahrung hat gezeigt, dass aus der menschlichen Gesellschaft völlig ausgeschlossen wird, wer sich ihm hingibt. Möge Gott alle vor einer so abscheulichen Tat beschützen, welche die Grundlage des Menschseins zerstört und die Ursache ewiger Verderbnis ist. Opium ergreift Besitz von der Lebenskraft des Menschen, so dass sein Gewissen stirbt, sein Verstand dahinschwindet und sein Wahrnehmungsvermögen abnimmt. Es tötet das Leben und bringt die natürliche Wärme zum Erlöschen. Es gibt keinen größeren Schaden als den, den das Opium zufügt. Wohl denen, die nicht einmal das Wort Opium über die Lippen bringen; wie erbärmlich ist, wer Gebrauch davon macht!

3. Was Haschisch betrifft ... Dies ist das schlimmste aller Rauschmittel und dessen Verbot ist ausdrücklich offenbart. Sein Gebrauch verursacht den Zerfall des Denkens und die völlige Abstumpfung der Seele. Alkohol zerstört den Verstand und veranlasst den Menschen, sinnwidrige Taten zu begehen. Aber ... dieses verruchte Haschisch erstickt die Vernunft, lässt den Geist erstarren, versteinert die Seele, und lässt den Körper zerfallen und den Menschen enttäuscht und zugrunde gerichtet zurück.

4. Die Bahá’í sollten keine halluzinogenen Mittel, einschließlich LSD, Mescalin und ähnliche Stoffe gebrauchen, außer wenn sie zur ärztlichen Behandlung verschrieben wurden. Ebenso sollten sie sich nicht in Experimente mit solchen Mitteln einlassen.

5. Was die sogenannten 5. »5. geistigen5. «5. Wirkungen der Halluzinogene angeht ... Geistige Anregung sollte durch die Hinwendung des Herzens zu Bahá’u’lláh entstehen und nicht durch materielle Mittel wie Drogen und Suchtstoffe...

6. Halluzinogene Mittel sind eine Art Rauschmittel. Da von den Freunden, einschließlich der Jugend, verlangt wird, sich aller Arten von Rauschmitteln streng zu enthalten, und da außerdem von ihnen erwartet wird, dass sie die bürgerlichen Gesetze ihres Landes gewissenhaft befolgen, ist ganz klar, dass sie den Gebrauch dieser Rauschmittel unterlassen sollten. ... Eine sehr große Verantwortung für den künftigen Frieden und das Wohlergehen der Welt wird von der heutigen Jugend getragen.

Heute sind die Bahá’í in über 111.000 Orten in der ganzen Welt dem Gesetz ihres Glaubens verpflichtet, das den Genuss von alkoholischen Getränken, von Opium und anderen süchtig machenden Drogen verbietet. Eine sehr einfache und logische Erklärung für dieses Verbot liegt in der großen Bedeutung, die die Bahá’í-Gemeinden der Entwicklung und dem Schutz des menschlichen Verstandes beimessen. Was immer das menschliche Bewusstsein abstumpft oder die Fähigkeit eines Menschen beeinträchtigt, nicht nur »edle Entschlossenheit« und einen »vortrefflichen Charakter«, sondern auch »den Umfang seines Wissens« und »seine Fähigkeit, schwierige Probleme zu lösen«, zu entwickeln, um dies alles für das edelste menschliche Ziel, den Dienst am Gemeinwohl, einzusetzen — all das ist streng verboten.

Daraus wird ersichtlich, dass die Bahá’í-Gemeinden bereits einen bedeutenden Beitrag zur Arbeit der Vereinten Nationen bei der Verhütung und Bekämpfung von Drogen- und Suchtstoffmissbrauch leisten, weil die Bahá’í sich zur Durchführung der Ideale und Wertmaßstäbe ihres Glaubens in ihrem täglichen Leben selbst verpflichten. Die Bahá’í beteiligen sich auch aktiv an den Drogen-Schulungsprogrammen, wann immer sie Gelegenheit dazu finden. Da sie außerdem glauben, dass Religion und Wissenschaft wie Aspekte einer Wirklichkeit in Einklang stehen müssen, ist es nun möglich, den in den Bahá’í-Schriften wegen des Verbots von Alkohol und Drogen vorhandenen logischen Erläuterungen wissenschaftliche Beweise hinzuzufügen, deren Anzahl und Tiefgründigkeit jährlich zunimmt und den durch den Gebrauch solcher Mittel am menschlichen Körper und dem zufolge am menschlichen Bewusstsein angerichteten Schaden überzeugend darstellt.

1986-02-14 (BIC Document # 86-0214)

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