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Briefe des UHG : 1997 Apr 02, Fonds
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Bahá’í-Weltzentrum
Sekretariatsabteilung
Den 4. Februar 1997
An Nationale Geistige Räte
Liebe Bahá’í-Freunde!

Da jetzt der Vier-Jahres-Plan erfolgreich angelaufen ist und die Gläubigen in allen Teilen der Welt damit beschäftigt sind, energisch seine Ziele zu verfolgen, hat das Universale Haus der Gerechtigkeit beschlossen, daß es an der Zeit ist, Sie über den Stand der Internationalen Bahá’í-Fonds zu informieren. Wir sind gebeten worden, Ihnen das Folgende zu übermitteln.

Wie Sie sehr wohl wissen, hat sich das Augenmerk in den vergangenen letzten Jahren hauptsächlich auf den Fonds für die Bogenprojekte gerichtet, wobei die Freunde aufgerufen worden waren, das größte je von der weltweiten Bahá’í-Gemeinde unternommene Projekt finanzielle zu unterstützen. Die Reaktion der Anhänger Bahá’u’lláhs in allen Teilen des Planeten war hervorragend und hat zu einem opferbereiten Ausschütten von Beiträgen in einer Größenordnung geführt, die weit über das hinausging, was je vorher erreicht worden war. Mit Freude konnte das Universale Haus der Gerechtigkeit in seiner Ridvan Botschaft 1996 verkünden, daß das im Drei-Jahres-Plan aufgestellte Ziel von 74 Millionen US$ für diesen Fonds erreicht worden war.

Es hat sich auch herausgestellt, daß der jährliche Betrag von zehn Millionen Dollar bis zum Ende des Jahrhunderts für den Fonds des Bogenprojektes, der jetzt von den Freunden gemäß dem Aufruf des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom 20. Juni 1995 aufgebracht wird, ausreichen wird, um dieses Unternehmen erfolgreich zu vollenden, obgleich immer die Möglichkeit besteht, daß unvorhergesehene Störungen in den vor uns liegenden Jahren diese Schätzungen ändern können. Bei der Planung und Durchführung dieses riesenhafte Unternehmens am Berge Karmel wird auf Sparsamkeit die größte Sorgfalt verwendet, ohne das dabei der hohe Maßstab für den Bau aufs Spiel gesetzt wird, der allein den Gebäuden und Terrassen am Berge Gottes angemessen ist.

Obgleich der Gesamtbetrag, der am Weltzentrum eingegangen ist, in den letzten Jahren bedeutend zugenommen hat, so sind doch die Beiträge für den Internationalen Bahá’í-Fonds in dieser Zeit zurückgegangen, da die Aufmerksamkeit sich auf das Bemühen richtete, den Bedürfnissen des Fonds für die Bogenprojekte zu entsprechen. Als Reaktion auf den Rückgang der Beiträge für den Internationalen Bahá’í-Fonds hat das Haus der Gerechtigkeit strengste Sparsamkeit für das Weltzentrum angeordnet und sah sich auch gezwungen, jene Fonds zu kürzen, die den Bedürfnissen des Glaubens in anderen Teilen der Welt dienten.

Der Internationale Bahá’í-Fonds hilft Bahá’í-Gemeinden in jenen Ländern, wo es den Gläubigen an Mitteln fehlt, die für die Ausbreitung des Glaubens und die Verbreitung seines Geistes sich bietenden Möglichkeiten in angemessener Weise auszunutzen. Da der Glaube Gottes in allen Bereichen seiner vielfältigen Tätigkeiten unaufhaltsam voranschreitet, wobei er durch die geheimnisvollen geistigen Kräfte, die die Menschheit durch eine wilde Zeit des Überganges vorantreiben, angespornt wird, können die Ansprüche an ihn nur zunehmen. Der Fonds wird auch benötigt, um bei der Entwicklung menschlicher Fähigkeiten zu helfen, was ein unerläßliches Element bei dem sich beschleunigenden Prozeß des Beitritts in Scharen bildet. Jetzt da sich neue Möglichkeiten bieten, den Einfluß des Glaubens auf die Geschicke der Menschheit zu verstärken, müssen Mittel bereitgestellt werden, um die Arbeit der Internationalen Bahá’í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen auszuweiten, jener Vertretung des Glaubens bei internationalen Konferenzen von Nicht-Regierungs-Organisationen und auch die Zahl der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprojekte, die über den ganzen Planeten verstreut sind, zu erhöhen.

Zu den am Bahá’í-Weltzentrum mittels des Internationalen Bahá’í-Fonds durchgeführten Arbeiten gehören die Sicherung und Klassifizierung der Heiligen Texte und die Verwaltungsaufgaben, die hier für eine weltweite Gemeinde geleistet werden, deren Aktivitäten sich in Umfang und Bedeutung ständig erweitern. Ein wichtiger Teil dieser Arbeit besteht in der Wiederherstellung und im Erhalt der Heiligen Stätten, in der Einrichtung von Aufenthaltsräumen für Pilger und eine zunehmende Zahl von Besuchern und in der Betreuung der Gärten, die die Umgebung der Heiligen Schreine schöner gestalten. Jetzt da sich im Heiligen Land dichte städtische Siedlungsformen immer weiter ausbreiten, müssen dringend Gelände in der Nähe der Schreine und Heiligen Stätten gekauft werden, um sie vor Störungen zu schützen. Die jetzigen günstigen Bedingungen für den Erwerb solcher Grundstücke wird es vielleicht bis weit in die Zukunft hinein nicht mehr geben, daher wird ein bedeutender Teil des Fonds in den unmittelbar vor uns liegenden Jahren für diesen Zweck benötigt.

Das Universale Haus der Gerechtigkeit ist sich voll dessen bewußt, daß die Gläubigen in der Vergangenheit opferbereit auf jeden Aufruf reagiert haben und wird auch weiterhin die Freunde dabei leiten, energisch auf jedem Pfad voranzuschreiten, der sich für den Fortschritt des Glaubens und seiner Interessen bietet. Es wird das im vollen Vertrauen tun, daß die innig geliebten Anhänger Bahá’u’lláhs sich ihrer Vorrechte und Pflichten, die Bedürfnisse des Glaubens zu befriedigen, bewußt bleiben und nicht zulassen werden, daß der Vormarsch des Glaubens durch unzureichende Hilfsmittel verzögert wird. Es wird in den Heiligen Schreinen darum flehen, daß ihre geheiligten Bemühungen von ihrem Geliebten gesegnet werden mögen.

Mit liebevollen Bahá’í-Grüßen
(Unterschrift)
Für die Sekretariatsabteilung
Kopien an: Die Hände der Sache Gottes
Internationales Lehrzentrum
Beraterämter
Berater

Brief des Universalen Hauses der Gerechtigkeit an Nationale Geistige Räte vom 4. Februar 1997 Seite: 2


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