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1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise
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Ein Gemeinsamer Glaube
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Briefe des UHG : 2001 Jan 09, Konferenz Kontinentale Berater
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
9. Januar 2001
An die Konferenz der Kontinentalen Berateraemter
Innig geliebte Freunde,

Vor fuenf Jahren haben wir die im Heiligen Land versammelte Koerperschaft

der Berater dazu aufgerufen, der Baha’i-Welt dabei zu helfen, das

systematische Wachstum zu verstehen und sich dieser Herausforderung zu

stellen. Die grossartigen Ergebnisse des Vier-Jahres-Planes bezeugen, dass

sie dem aus ganzem Herzen entsprochen haben. Heute bitten wir Sie um eine

vergleichbar grosse Anstrengung, naemlich den erfolgreichen Start des Fuenf-

Jahres-Planes sicherzustellen.

Bei Ihren Beratungen ueber die Wesensart der naechsten Stufe der Entfaltung

des Goettlichen Planes muessen Sie das Ausmass der Veraenderungen in

Erwaegung ziehen, die sich in Bezug auf die Geschicke des Glaubens Gottes

ereignen. Am Weltzentrum bedeutet die Errichtung der grossen Gebaeude um

den Bogen einen bedeutenden Schritt bei der Konsolidierung der goettlich

verordneten Gemeindeordnung. Der Vier-Jahres-Plan war Zeuge einer

bemerkenswerten Erweiterung der institutionellen Kapazitaet der Baha’i-

Gemeinde auf allen Kontinenten. Die Entwicklung der Nationalen und

oertlichen Geistigen Raete hat sich sichtlich beschleunigt und dort, wo

Regionale Baha’i-Raete eingerichtet wurden, haben sie der Arbeit der Sache

Gottes neue Energie und

Wirksamkeit verliehen. Seit der Geburt und dem Aufbluehen von mehr als

300 Baha’i-Instituten besitzt der Glaube ein machtvolles

Instrument, um die Faehigkeiten von Menschen zu entwickeln, die

fuer eine staendige in grossem Masse stattfindende Ausbreitung und

Festigung benoetigt werden. Weiterhin ist die Faehigkeit der Baha’i-

Gemeinde, die Geschicke der Menschheit zu beeinflussen, in

grossem Masse gesteigert worden, und zwar sowohl durch ihre

Verbindung zu Regierungen und Organisationen der Zivilgesellschaft

als auch durch ihre Anstrengungen auf dem Gebiet der sozialen und

wirtschaftlichen Entwicklung. Die Sache Baha’u’llahs steht an der

Schwelle zu einer neuen Epoche und zwar in einem Augenblick in

der Geschichte, da die Welt – trotz Verwirrung und Ausbruch neuer

Feindseligkeiten – echte Schritte in Richtung auf den Frieden

unternimmt. Man erkennt deutlich, dass die Aufnahmefaehigkeit fuer

Seinen alldurchdringenden und strahlenden Geist waechst.

Den Prozess des Beitritts von Scharen zu foerdern, wird auch ein

Ziel des Fuenf-Jahres-Planes sein – ja das Ziel der Serie von

Plaenen, die uns bis ans Ende des ersten Jahrhunderts des

Gestaltenden Zeitalters fuehren werden. Die Beschleunigung dieses

lebenswichtigen Prozesses wird durch systematische Aktivitaeten

der drei Beteiligten an dem Plan erreicht werden: dem einzelnen

Glaeubigen, den Institutionen und der Gemeinde.
Das Baha’i-Institut

Eine durch das Internationale Lehrzentrum fuer uns vorgenommene

eingehende Analyse des Vier-Jahres-Planes zeigt, dass das Baha’i-

Institut nicht nur wirkungsvoll die Faehigkeiten des Einzelnen

verbessert, sondern auch die Gemeinden und Institutionen belebt.

Daher muss es ein zentrales Merkmal des neuen Planes sein, die

Entwicklung der Baha’i-Institute in den verschiedenen Laendern und

Gebieten der Erde fortzusetzen.

Da sie auf diesem Gebiet ihrer Bemuehungen auf reiche

Erfahrungen zurueckgreifen koennen, werden die Institute ihre

Gemeinden mit einem staendigen Strom faehiger Menschen

versorgen muessen, die dem Prozess des Beitritts in Scharen

dienen. Weltweit sind schon einzelne Elemente eines Systems, das

den Erfordernissen fuer die Ausbildung einer grossen Zahl von

Glaeubigen Rechnung traegt, getestet worden. und sie haben sich

bewaehrt. Studienkreise, die durch Fortbildungskurse und

Spezialprogramme verstaerkt wurden, haben ihre Faehigkeit unter

Beweis gestellt, dem geistigen Erziehungsprozess an der Basis

Struktur zu verleihen. Es ist ueberdeutlich geworden, dass der

Sequenz von Kursen grosse Bedeutung zukommt, wobei ein Kurs in

logischer Weise auf den anderen folgt und auf dem in

vorangegangenen Kursen Erreichten aufbaut. Es haben sich

verschiedene Modelle ergeben, die Einsichten darueber vermitteln,

wie mit Hilfe einer solchen Sequenz Ausbildungsprogramme

entwickelt werden koennen. In einem Beispiel aehnelt die

Hauptsequenz einem Baumstamm, von dem Kurse abzweigen,

wobei jeder Ast einem bestimmten Ausbildungsgebiet gewidmet ist.

In einem anderen laufen mehrere Kursschienen parallel, wobei jede

ihren eigenen Schwerpunkt hat. Institute werden gut daran tun,

diese Elemente und Vorgehensweisen zu untersuchen und sie in

einer Weise anzuwenden, die den sich ihnen bietenden

Gelegenheiten entsprechen.

Gleich zu Beginn des Zwoelf-Monate-Planes haben wir betont, dass

Baha’i-Kinder unbedingt geistig genaehrt werden und in das Leben

der Sache Gottes eingebunden werden muessen. Nach der

bisherigen Reaktion der Freunde zu urteilen, deutet alles darauf hin,

dass das Bewusstsein, wie wichtig Kindererziehung ist, das

eigentliche Merkmal dieses kurzen aber bedeutsamen Planes sein

wird. Den Baha’i-Kinder klassen ist ein neuer Impuls gegeben

worden. Durch das gesteigerte Bewusstsein sind auch

Moeglichkeiten entdeckt worden, moralische und geistige Erziehung

Kindern im allgemeinen anzubieten, was sich beispielsweise an den

erfolgreichen Bemuehungen zeigt, mit denen Kurse ueber den

Baha’i-Glauben in Lehrplaenen oeffentlicher Schulen eingefuehrt

wurden.

Es ist ein besonders ermutigendes Zeichen, dass Institute immer

mehr Nachdruck auf die Ausbildung von Kinderklassenlehrern legen.

Aber auch andere Massnahmen sind ebenso wichtig, wenn man fuer

Kinder jeden Alters in Gemeinden der ganzen Welt regelmaessige

Klassen anbieten will. In manchen Laendern sind nationale und

regionale Ausschuesse ernannt worden, um oertlichen Geistigen

Raeten dabei zu helfen, ihre Verantwortung fuer die

Kindererziehung wahrzunehmen. In diesen Laendern wird sich die

Beziehung zwischen den Ausschuessen und den Baha’i-Instituten in

dem Masse, wie Erfahrung gewonnen wird, staendig

weiterentwickeln, wobei sich die Institutionen in ihrer Arbeit

gegenseitig unterstuetzen. Es gibt aber viele Laender, in denen das

Institut die einzige Einrichtung ist, die die Faehigkeit entwickelt,

Kurse in einem Ort nach dem anderen zu organisieren und

abzuhalten. Da diese Vorgehensweise bei Jugendlichen und

Erwachsenen und in steigendem Masse auch fuer Junioren gut

funktioniert, besteht kein Grund, warum das Baha’i-Institut nicht

auch dort, wo es noetig ist, eine aehnliche Verantwortung fuer

Kinder uebernehmen sollte. Im allgemeinen uebernehmen die

Institute nicht die Organisation und Durchfuehrung von Plaenen und

Programmen fuer die Ausbreitung und Festigung. Die Durchfuehrung

von Kinderklassen ist jedoch ein einmaliges Unterfangen und von

besonderer Dringlichkeit. In jenen Laendern, wo ihm diese Aufgabe

uebertragen wird, wird das Institut zu einem Lernzentrum, das sich

intensiv auf die geistige Erziehung der Freunde von der zartesten

Kindheit bis zum Erwachsenenalter konzentriert.
Persoenliche Initiative beim Lehren.

Nachdem die Arbeit der Institute an Wirksamkeit zunimmt, muss

nun ueberall die Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, die

Lehrbemuehungen zu systematisieren. In dem gerade

veroeffentlichten Dokument „The Institution of the Counsellors“

[„Die Institution der Berater“] betonen wir die Rolle, die

Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten dabei spielen, den

Freunden bei der Bewaeltigung dieser Herausforderung zu helfen

und zwar auf der Ebene der persoenlichen Initiative ebenso wie der

der kollektiven Entscheidung. In dem Masse wie Einzelne die

Institutskurse absolvieren, vertiefen sie ihre Kenntnisse im Glauben,

gewinnen Einsichten und erwerben Faehigkeiten zum Dienst. Einige

der dem Lehren gewidmeten Kurse werden sicherlich das Thema

allgemein behandeln. Andere werden sich darauf konzentrieren, mit

welchen Mitteln man die Botschaft Baha’u’llahs den verschiedenen

Schichten der Gesellschaft uebermitteln kann, wobei man die

Weisheit der Freunde einbezieht, die sie aus Lehrbemuehungen

gewonnen haben. Die Kombination der Prozesse des Handelns,

Lernens und UEbens wird die Gemeinden mit einer immer

groesseren Zahl von faehigen und eifrigen Lehrern der Sache

Gottes ausstatten.

Natuerlich fuehrt die Ausbildung allein noch nicht notwendigerweise

zu einem Aufschwung der Lehrtaetigkeit. Bei jeder Art des Dienstes

brauchen die Freunde staendige Ermutigung. Wir hegen die

Erwartung, dass die Hilfsamtsmitglieder zusammen mit ihren

Assistenten besonders darueber nachdenken, wie sie die

persoenliche Initiative entwickeln koennen und zwar besonders im

Hinblick auf das Lehren. Wenn die Ausbildung und die Ermutigung

effektiv sind, bildet sich eine Wachstumskultur heraus, bei der die

Glaeubigen die Pflicht zum Lehren als eine natuerliche Folge dessen

ansehen, dass sie sich zu Baha’u’llah bekannt haben. "Hoch recken

(sie) die heilige Fackel des Glaubens", wie `Abdu’l-Baha es sich

wuenschte; „unablaessig werden sie Tag und Nacht taetig sein“ und

„jeden fluechtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der

Duefte Gottes, der Verherrlichung Seines heiligen Wortes weihen.“

Ihre Herzen werden vom Feuer der Liebe Gottes so entflammt sein,

dass jeder, der ihnen naht, ihre Waerme spuert. Sie bemuehen sich,

Kanaele des Geistes zu sein, reinen Herzens, selbstlos und demuetig

und verfuegen uebe r die Sicherheit und den Mut, der aus

Gottvertrauen stammt. In einer solchen Kultur ist das Lehren die

vorherrschende Leidenschaft im Leben der Glaeubigen. Angst vor

Versagen hat dort keinen Platz. Gegenseitige Unterstuetzung, eine

Hingabe ans Lernen und die Anerkennung der Verschiedenartigkeit

des Handelns sind die vorherrschenden Normen.
Systematische Programme fuer das Wachstum

In den naechsten Monaten werden Sie nationalen Gemeinden, bei

denen die Umstaende sehr verschieden sind, bei der Aufstellung von

Plaenen fuer das systematische Wachstum helfen. Es gibt viele

Laender, in denen die wachsende Faehigkeit der Institutionen –

besonders auf regionaler Ebene – es moeglich macht, die

Aufmerksamkeit auf kleinere geographische Regionen zu lenken. In

den meisten Faellen werden diese aus einer Gruppe von Doerfern

und Staedten bestehen, aber manchmal wird auch eine Grossstadt

mit ihren Vororten ein solcher Bereich sein. Die Faktoren, die die

Grenzen eines Bereiches bestimmen, sind u.a. Kultur, Sprache,

Transportmoeglichkeiten, Infrastruktur und das soziale und

wirtschaftliche Leben seiner Bewohner. Eine Region wird sich

gewoehnlich in Bereiche aufteilen, die in der Entwicklung zu

unterschiedlichen Kategorien gehoeren. Einige werden dem Glauben

noch nicht erschlossen sein, in anderen wird es einige

Einzelstehende und Gruppen geben, in wieder anderen werden

Gemeinden gerade dabei sein, sich durch einen lebendigen

Institutsprozess zu festigen, in einigen wenigen werden starke

Gemeinden mit vertieften Glaeubigen in der Lage sein, die

Herausforderung der systematischen und beschleunigten

Ausbreitung und Festigung zu uebernehmen.

Sobald die entsprechenden Kategorien festgestellt wurden, werden

nationale Plaene in diesen Laendern fuer die zunehmende

Erschliessung vom Glauben unberuehrter Gebiete durch die

Ansiedlung von Pionieren im eigenen Land sorgen muessen. Solche

Ziele koennen relativ leicht erreicht werden, wenn Pioniere

Erfahrung in Institutsprogrammen haben und deren Methoden und

Materialien dazu zu benutzen verstehen, damit eine Gruppe von

ergebenen Glaeubigen gewonnen werden kann, die die Arbeit des

Glauben in jener Gegend voranbringt. Ein bedeutendes Vorrecht

steht wahrlich jenen zu, die in den verbleibenden Jahren des ersten

Jahrhunderts des Gestaltenden Zeitalters ihr Vertrauen in Gott

setzen und sich leidenschaftlich erheben, um als erste das Licht

goettlicher Fuehrung in jeden Teil ihres Landes zu tragen. Wir

hoffen, dass dieser Aufruf fuer Pioniere im eigenen Land unter den

Freunden eine grosse Begeisterung ausloesen wird und ihnen eine

neue Sicht eroeffnet, wie man dem Glauben dienen kann.

Nach diesem Schema werden zu den nationalen Plaenen auch

Vorkehrungen gehoeren, mit denen andere fuer den Glauben schon

erschlossene Gegenden noch jene Entwicklungsstufe erreichen

muessen, auf der sie fuer intensive Aktivitaeten vorbereitet sind. In

Gegenden, wo starke Gemeinden mit einer Gruppe vertiefter

Freunde bestehen, sollten unverzueglich systematische Programme

fuer die Ausbreitung und Festigung des Glaubens aufgestellt werden.

Wir haben schon darauf hingewiesen, dass das Internationale

Lehrzentrum gewisse Wachstumsmuster fuer relativ kleine

geographische Regionen kenntlich gemacht hat. Inzwischen hat es

mehrere Pilotprojekte in verschiedenen Teilen der Welt untersucht,

und die Ergebnisse sind hoechst ermutigend. Die daraus gezogene

Lehre liefert Tatsachenmaterial, um in einer Gegend nach der

anderen mit Programmen fuer systematisches Wachstum zu

beginnen. So Sie hierueber mit Nationalen Geistigen Raeten und

Regionalen Baha’i-Raeten beraten, werden Sie sicher das

Lehrzentrum darueber informiert halten wollen.

Es kommt darauf an, dass nationale Gemeinden nicht uebereilt ein

intensives Lehrprogramm fuer eine Gegend aufstellen, ehe die

Bedingungen dafuer geeignet sind. Zu diesen Bedingungen

gehoeren: ein hohes Mass an Begeisterung unter einer beachtlichen

Gruppe von ergebenen und faehigen Glaeubigen, die die

Voraussetzungen fuer anhaltendes Wachstum verstehen und selbst

fuer das Programm verantwortlich sind; einige Grunderfahrung

seitens weniger Gemeinden in dem Bezirk in Bezug auf das

Abhalten von Klassen fuer die geistige Erziehung der Kinder, fuer

Gebetsandachten und fuer Neunzehntagefeste; ein angemessener

Grad von administrativen Faehigkeiten in wenigstens einigen

oertlichen Geistigen Raeten; die aktive Beteiligung von mehreren

Assistenten des Hilfsamtes bei der Verbesserung des

Gemeindelebens; ein ausgepraegter Geist der Zusammenarbeit

zwischen den verschiedenen Institutionen, die in der Gegend

arbeiten; und vor allem eine starke Beteiligung des Baha’i-Instituts

mit einem Koordinationsschema, das die systematische Vermehrung

der Studienkreise unterstuetzt.

Die in einer solchen Gegend begonnenen Programme sollten auf die

Foerderung eines anhaltenden Wachstums abzielen, indem sie die

notwendigen Kapazitaeten auf der Ebene des Einzelnen, der

Institutionen und der Gemeinde aufbauen. Diese Programme

beduerfen keinesfalls grossartiger und detaillierter Plaene, sondern

sollten sich auf einige wenige Massnahmen konzentrieren, die sich

im Laufe der Jahre als unabdingbar fuer eine Verbreitung und

Festigung in grossem Massstab erwiesen haben. Der Erfolg wird

davon abhaengen, in welcher Weise Aktionen integriert werden und

welche Einstellung zum Lernen vorliegt. Die Umsetzung eines

solchen Programms erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen

dem Institut, den Hilfs amtsmitgliedern und ihren Assistenten und

dem Regionalen Lehrausschuss.

Kern des Programms muss ein solider und anhaltender Prozess der

Verbreitung sein, dem ein ebenso starker Prozess der Heranbildung

von faehigen Menschen entspricht. Eine Reihe von Lehrmassnahmen

muss durchgefuehrt werden, dazu gehoeren Aktivitaeten von

Einzelnen sowie von Institutionen organisierte Kampagnen. Sobald

die Zahl der Glaeubigen steigt, sollte ein beachtlicher Prozentsatz

von ihnen durch das Institut ausgebildet werden, wobei auf die

Faehigkeiten Gewicht gelegt wird, die zur Entwicklung der oertlichen

Gemeinden fuehren.

Unsere Botschaft vom 26. Dezember 1995 beschrieb die Merkmale

des Vier-Jahres-Planes und nannte die Stadien, die eine Gemeinde

bei ihrer Entwicklung durchlaeuft. Die in den darauffolgenden Jahren

bei der Arbeit mit Gemeinden in verschiedenen dieser Stadien

gewonnene Erfahrung wird sich fuer solche Wachstumsprogramme

als wertvoll erweisen. Bei der Umsetzung des Programms wird

sicherlich einer der ersten Schritte sein, eine UEbersicht

aufzustellen, die den Zustand jeder OErtlichkeit in der betreffenden

Gegend feststellt. Zu den ersten Zielen in jeder Gemeinde sollte es

gehoeren, Studienkreise, Kinderklassen und Gebetsversammlungen

einzufuehren, die allen Bewohnern des Ortes zugaenglich sind.

Angemessenes Gewicht sollte auf die Einhaltung des

Neunzehntagefestes gelegt werden und bestaendig sollte man sich

um die Festigung der oertlichen Geistigen Raete bemuehen. Sobald

die Gemeinden in der Lage sind, die grundlegenden Aktivitaeten des

Baha’i-Lebens selbst zu gestalten, ist die Einfuehrung kleiner

Projekte der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung ein

natuerlicher Schritt zur weiteren Festigung. Das koennte ein

Alphabetisierungsprojekt, ein Projekt zur Foerderung der Frauen,

ein Umweltschutzprojekt oder sogar eine Dorfschule sein. Mit

zunehmender Kraeftigung wird die Verantwortung fuer eine

erweiterte Zahl von Aktionen den oertlichen Geistigen Raeten

uebertragen.

Waehrend der ganzen Unternehmung muessen Beratungssitzungen

in der Region stattfinden, um strittige Fragen zu eroertern,

Anpassungsmassnahmen zu ueberlegen, die Begeisterung wach zu

halten und fuer Einigkeit im Denken zu sorgen. Der beste Ansatz ist

es, einen Plan fuer zunaechst wenige Monate aufzustellen, der mit

ein oder zwei Aktionen beginnt und schrittweise an Komplexitaet

zunimmt. Alle, die aktiv an der Umsetzung der Plaene beteiligt sind,

seien es Mitglieder der Institutionen oder auch nicht, sollten dazu

ermutigt werden, immer an den Beratungen teilzunehmen. Es

werden auch andere Versammlungen notwendig sein, die die ganze

Region umfassen. Davon werden einige die Gelegenheit zu einem

Erfahrungsaustausch und zu weiterer Schulung bieten. Andere

werden sich auf die Einbindung der Kuenste und die kulturelle

Bereicherung konzentrieren. Alle diese Zusammenkuenfte

unterstuetzen einen intensiven Prozess der Aktionen, der Beratung

und des Lernens.

Die an diesem intensiven Wachstumsprogramm beteiligten Freunde

sollten sich immer vor Augen halten, dass sein Zweck darin besteht,

dass die Offenbarung Baha’u’llahs ganz sicher die Massen der

Menschheit erreicht und sie befaehigt, durch die Anwendung der

Lehren geistigen und materiellen Fortschritt zu erzielen. Grosse

Massen unter den Voelkern der Welt sind bereit, ja sehnen sich nach

den Segnungen, die nur Baha’u’llah ihnen verleihen kann, sobald sie

sich dazu verpflichtet haben, am Aufbau der neuen Gesellschaft

mitzuwirken, die Er vorgesehen hat. Wenn sie es lernen, ihre

grossangelegte Lehrarbeit zu systematisieren, sind Baha’i-

Gemeinden besser in der Lage, dieser Sehnsucht zu entsprechen.

Sie duerfen das dafuer notwendige Opfer und die Anstrengung nicht

verweigern.
Ein geistiges Unternehmen

Es leuchtet ein, dass das hier beschriebene Schema, das fuer viele

nationale Gemeinden gueltig ist, nicht in jeder Situation angewandt

werden kann. Wir zaehlen auf die Faehigkeit der Baha’i-

Institutionen, Plaene zu entwerfen, die vielleicht nicht ganz dem

obigen Schema entsprechen, aber doch je nach den Umstaenden in

jeder nationalen Gemeinde Elemente dieser Vision aufnehmen.

Baha’i-Gemeinden sind natuerlich in einer Vielzahl von

unerlaesslichen Unternehmungen engagiert, wie Information der

OEffentlichkeit, Proklamation, auswaertige Angelegenheiten,

Erstellung von Literatur und komplexen sozialen und wirtschaftlichen

Entwicklungsprojekten. Wenn jetzt Plaene entworfen werden, so

werden sie ganz gewiss auch diese Herausforderungen mit

einbeziehen.

Im Wesentlichen ist dieser Planungsprozess, mit dem Sie den

Freunden helfen werden, in vieler Beziehung einzigartig. Im Kern ist

es ein geistiger Prozess, mit dem sich die Gemeinden und

Institutionen bemuehen, ihr Bestreben mit dem Willen Gottes in

Einklang zu bringen. Der Groessere Plan Gottes ist in Gang, und die

von ihm angeregten Kraefte draengen die Menschheit ihrer

Vorsehung entgegen. In ihren eigenen Aktionsplaenen muessen sich

die Institutionen des Glaubens um Einsicht in die Prozesse dieser

grossen Kraefte bemuehen, das Potenzial der Menschen, denen sie

dienen, erkunden, die Faehigkeiten und Staerken ihrer Gemeinde

ermessen und praktische Schritte unternehmen, um die

uneingeschraenkte Unterstuetzung der Glaeubigen zu gewinnen. Die

behutsame Anwendung und Umsetzung dieses Prozesses ist der

Ihnen uebertragene heilige Auftrag. Wir haben volles Vertrauen in

Ihre Faehigkeit, dies zu erreichen. Moege Baha’u’llah Sie segnen

und Sie durch Seine unfehlbare Gnade und machtvolle Bestaetigung

unterstuetzen.
gez. Das Universale Haus der Gerechtigkeit

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