More Books by Briefe des UHG

1968 Aug an die Hände
1971 JAN 11, Bedingungen desFortschritts
1976 JAN 26, Pioniere an der Heimatfront
1979 Apr 25 Abschluss 5 JP
1979 Örtliche Geistige Räte - Siebenjahrespla
1980 Apr 22, 50 Nationaltagung
1980 Apr 28, Telegr 50 NT
1980 Okt, Teilnahme an den Sitzungen des Geistigen Rates
1981 Jan Ziele 2. Phase 7 JP
1981 Jul 06, Antworttelegramm
1981 Mai 05, Antworttelegramm
1982 JUL Zusammenarbeit Nicht Bahai Organisatiionen
1984 SEPT 20, Jahrestag Tempel
1984 Zur Frage der Apartheit
1985 März, 23 Pilgernotizen Krisen unheilvolle Ereignisse
1985 Okt, Die Verheißung des Weltfriedens
1985 Okt, FRIEDENSBOTSCHAFT
1986 Jul 29, Stichwahlen
1986 Naw-Ruz
1986 Sep 29, Bestimmung der dt B-Gem
1988 Aug 1, Psychologie
1988 Dez 22, Zarathustra und Buddha
1988 Dez, 05 ITC-Kinder und Jugend
1988 Mai 09, 29 Bezugnahmen
1988 Mai 31, Mitgliedschaft
1988, Dez 29, Freiheit und Ordnung
1989 Aug 27, 19-Tage-Fest
1989 Aug 29, 19-Tagefest
1989 Dokumente des Bundes
1989 Ein keusches und heiliges Leben
1990 Apr 17, Aufgaben im Osten
1990 Baha'i-Wahlen Heiligkeit und Wesensart
1990 Bahai Ehen und ihr Schutz
1990 Dez, Bewahrung von Bahai-Ehen
1990 Die Bewahrung der Erde und
1991 APR 22, Email an Teilnehmer Ost West Seminar
1991 Baha'u'llahs Mission
1991 Drogen und Suchtstoffe
1991 Jan 07, Unbeständige Lage
1991 Mai 01, Email 61 NT
1991 Mar 20, Nachwahlen
1991 Nov 18 Finanzielle Herausforderungen
1991 Okt 08, Historische Aufgabe
1991 Patenschaftsfonds
1991 Sep 17, Antwort mangelnder Dienst
1992 Dez 14, Einstellung zu Lehrbereitschaft
1992 Mai 29, Feierlichkeiten in Bahji
1992 Mai 29, Feierlichkeiten
1992 März 15, Strassenlehrarbeit
1992 Nov 18, Memo Geistige Prinzipien Administration
1992 Nov 26, 2te Botschaft an den Weltkongress
1992 Nov 26, Satelliten-Botschaft
1992 Okt, 05 Fonds
1993 Arbeitsweise von Gemeinden
1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise von Gemeinden
1993 Feb 07, Fragen zur Arbeitsweise
1993 Mai 19, Anerkennung 3-JP
1993 Mai 20, Email Dank Spenden
1993 NOV 9, Fördern Eintritt in Scharen
1994 Initiative des Einzelnen und der Gemeinde
1994 Sep 1, Organspende
1994 Sept 19, Bedingungen des Lehrens
1995 Baha'i-Gelehrsamkeit
1995 Dez 24, ITC, Der Einzelne
1995 Jan 17, Email wegen Don Rogers
1995 Nov 12, Gemeinsame Wohnung
1995 Sep 11, Homosexualität
1996 Apr, 11 HUQUQ NEU
1996 Bahai-GEBETE
1996 Epochen des Gestaltenden
1996 Jan 30, Memo Authenzität Tablet
1997 Apr 02, Fonds
1997 Mai 30, Dezentralisierung
1997 Mai 30, Regionale Bahai-Räte
1997 Mar 21, An die Liebenden der
1998 Apr, Trainingsinstitute
1998 Mai 2, An Internationale Tagung
1999 Apr 27, Krise im Kosovo
1999 Dez 28, Neue Gesetze
1999 Mai 25, An ausgewählte NGR
1999 Nov 26, Blick in die Zukunft
1999 Sept Regionale Wachstumsprogramme
2000 Feb 02, EXPO 2000
2000 Feb, Trainingsinstitute
2000 Jul 18, Demokratisierung
2000 Jul, Geistige Erziehung der Kinder
2001 Apr 04 Haltung gegenüber Ausgetretenen
2001 Aug 05, Fonds
2001 Aug 05, Stand und Bedarf des internationalen Fonds
2001 Huququllah das Recht Gottes neu
2001 Huququllah die krönende Zier neu
2001 Institution Berater
2001 Jan 09, Konferenz in Haifa
2001 Jan 09, Konferenz Kontinentale Berater
2001 Jan 14, Konferenz Einweihung ITC
2001 Jan 16, Ende Konferenz
2001 Jan 16, Fünfte Epoche
2001 Jul 29, An NGR Deutschland
2001 Nov 5, Gebrauch der Künste
2001 Sept 19, Andachtsversammlungen
2002 Apr, An die Religionsführer
2002 Aug 22, Geringer Fortschritt
2003 Apr, Schwungkraft erhöhen- Building Momentum -
2003 Nov 26, An die Anhänger Baha'u'llahs in der Wiege des Glaubens
2004 Apr 22 - Hinscheiden von Herrn Aziz Yazdi
2004 Jan 12 an iranische Gläubige außerhalb Iran
2004 Nov, 28-ITC-Intensives Wachstumsprogramm
2005 Apr 14, Abschluß Kaufvertrag Andachtshaus in Chile
2005 Aug 18, Wachstum Reg59
2005 Dez 27, an Kontinentale Beraterämter
2005 Dez 28, Ruhi-Institute
2005 Dez. 31, Ende Beraterkonferenz
2005 Mai 12, Antwort auf Botsch Nationaltagung
2005 Nov 14, Studium des Bahai Glaubens
2006 0322-UHG-IranischeFreundeaußerhalbIran-deutsch
2006 Juni, 14 Die Gemeinde zu neuen Entwicklungsstadien führen
2007 Dez 25, an die Anhänger Bahas in der Wiege des Glaubens
2007 Huququllah Das Recht Gottes - Eine Kompilation
2007 Nov, 26 Hände der Sache
2007 Sept, 30 intensives Wachstum
2008 Mai, 12 Erweiterungen im Weltzentrum
2008-10-20 Halbzeit Fünfjahresplan
2008-12-23 Äussern über Politik
2009 Feb 7, Konferenz Frankfurt
2009 Feb 9 in der Wiege des Glaubens
2009 Jun 3, An die Bahai im Iran
2009 Mar 21, Naw-Ruz
2009 Mar 23, an die Gläubigen in der Wiege des Glaubens
2009 Mar 26, Iran
2009 Mar 5, an Bahai im Iran
2009 May 10, Antwortmail Nationaltagung
2009-05-17-BWC Neunzehntagefest
2009-06-23 An die Bahai im Iran
2009-12-15 Bauprojekte am Berg Karmel
Ausgewählte Botschaften 1963-1996
Das Wohlergehen der Menschheit
Die Verheissung des Weltfriedens
Ein Gemeinsamer Glaube
Jahrhundert des Lichtes
Verfassung
VersGot 2 ab Aug
Zusammenstellung Deutschland
Zusammenstellung Europa
Zusammenstellung Extrakt
Free Interfaith Software

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Briefe des UHG : 1992 Nov 26, 2te Botschaft an den Weltkongress
1992 Nov 26, Second Message to World Congress
Das Universale Haus der Gerechtigkeit
Bahб’н-Weltzentrum
26 November 1992
An die Bahб’н der Welt

Ein volles Jahrhundert ist verflossen, seitdem Bahá'u'lláhs Bund errichtet und in Gang gesetzt wurde. Wir ьbermitteln unsere liebevollen GrьЯe den Mitgliedern Seiner Gemeinde, die heute beim WeltkongreЯ in New York und den Nebenkonferenzen in allen Erdteilen versammelt sind oder anderweitig der Feier dieses Jahrhundert-Ereignisses beiwohnen.

Besonders freut es uns, daЯ wir eine einzigartige Gelegenheit erhalten, einen Augenblick innezuhalten, um gemeinsam mit unseren Glaubensbrьdern und -schwestern unsere Gedanken zu sammeln und zu ьberlegen, wie es uns seit 1892 ergangen ist und was vor uns liegt. Das versetzt uns in die Lage, einen symbolischen Akt zu vollziehen, der seinem Wesen nach die Absicht des Gottesbundes verdeutlicht - eines Bundes, den sein gцttlicher Urheber zur Vereinigung der Rassen und Nationen dieser Erde bestimmt hat.

Hehre Gefьhle wogen in unseren Herzen, wenn wir die dramatische Geschichte und den erstaunlichen Fortschritt dieser hundert Jahre vor unserem geistigen Auge vorьberziehen lassen. Als Bahá'u'lláh hinschied, erstreckte sich die Bahб'н-Gemeinde auf lediglich fьnfzehn Lдnder; die groЯe Mehrheit ihrer Mitglieder lebte in Bahá'u'lláhs Heimat Iran. Heute umspannt die Gemeinde den ganzen Planeten. Wir sind beglьckt ьber den Geist der Einheit, bewiesen durch die stetige Festigung dieser Gemeinde in der Arbeit der Verwaltungs- und Gesellschaftsordnung, die aus dem Bunde Gottes geboren ist. Die so bewirkte echte Einheit bestдrkt unsere Erwartung, daЯ die ganze Menschheit vereint werden kann und wird.

Wir mьhen uns um den Aufbau einer Gemeinschaft zu einer Zeit, da die Welt Zeuge bestьrzender Verдnderungen ist, die die Gesellschaft in ihrem Charakter von Grund auf verдndern und sie in einen noch nie dagewesenen Zustand der Qual und der Verwirrung versenken. In der Tat hat die Welt in diesem Zustand ihre Orientierung verloren, und zwar durch Krдfte, die sie weder versteht noch beherrscht. Es ist ein Geschichtsabschnitt, in dem groЯe Reiche und Herrschergeschlechter in rascher Folge zusammenbrachen, in dem mдchtige Ideologien die Herzen von Millionen gefangenhielten, nur um sang- und klanglos zu verlцschen, in dem zwei Weltkriege das kultivierte Leben, wie es das beginnende zwanzigste Jahrhundert kannte, vцllig verwьsteten.

Im Verlauf solcher furchtbarer Umbrьche gab es in den Bereichen der Wissenschaft, der Technik und der gesellschaftlichen Organisation beispiellose Fortschritte, eine wahre Explosion des Wissens. Noch bemerkenswerter ist die Art und Weise, wie die bislang als schlafend empfundenen Massen der Menschheit erwachen und sich erheben, um nunmehr den ihnen zustehenden Platz im stark erweiterten Kreis der Nationen einzufordern. Gleichzeitig entwickelte sich die Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit, der Verkehr mit Schallgeschwindigkeit, und so ist die Welt zu einer Nachbarschaft zusammengeschrumpft, in der die Menschen sofort erfahren, was bei anderen vorgeht, und unmittelbaren Zugang zueinander haben. Und doch, trotz solcher wunderbarer Errungenschaften, trotz der Entfaltung internationaler Organisationen, trotz tapferer Versuche und strahlender Erfolge bei der internationalen Zusammenarbeit streiten die Nationen auf jдmmerliche Weise miteinander, werden die Vцlker von wirtschaftlichen Umbrьchen erschьttert, fьhlen sich die Rassen schlimmer entfremdet als je zuvor und sind alle erfьllt von MiЯtrauen, Niedergeschlagenheit und Angst.

Einher ging mit diesen Verдnderungen ein Zusammenbruch der religiцsen und politischen Institutionen, die seit alters Wegweiser fьr eine stabile Gesellschaft waren. Selbst Institutionen, die nicht unterzukriegen scheinen, verlieren ihre Glaubwьrdigkeit in dem MaЯe, wie sie mit ihrer inneren Unordnung befaЯt sind. Das wirft ein Schlaglicht auf die Leere der moralischen Landschaft und auf ein Gefьhl der Sinnlosigkeit, welches das persцnliche Leben aus dem Gleichgewicht wirft. Nachdenkliche Beobachter schreiben besorgt ьber den Niedergang der Kultur, ьber den daraus folgenden Werteverlust, ьber die verlorene Fьlle des Innenlebens, ьber eine technische Zivilisation, die in einer immer schwereren Krise steckt. Sie schreiben weiter ьber die Gattung Mensch, die mit ihrer Weisheit am Ende ist, unfдhig zur Selbstkontrolle, ьber die Notwendigkeit gцttlicher Weisheit und Fьrsorge und ьber die Verlorenheit der Menschenseele, die weit davon entfernt ist, derartige Notwendigkeiten zu erkennen.

Solche schicksalsschweren Zeugnisse spiegeln die allgemeinen Folgen des Unverstдndnisses fьr Gottes Absicht mit der Menschheit. Genau in dieser Hinsicht aber verbreitet Bahá'u'lláh mit Seiner Offenbarung neues Licht, erfrischt unser Denken, klдrt und erweitert unsere Vorstellung. Seine Lehren erfьllen uns mit Gottes reicher Liebe fьr Seine Geschцpfe, prдgen uns die Gerechtigkeit in den menschlichen Beziehungen als etwas Unausweichliches ein und betonen, wie wichtig es ist, in allen Dingen diesem Prinzip zu folgen. Sie lassen uns wissen, daЯ "alle Menschen erschaffen wurden, eine stдndig fortschreitende Kultur voranzutragen", und daЯ "die Tugenden, die der Wьrde" des Menschen "anstehen, Geduld, Erbarmen, Mitleid und Gьte fьr alle Vцlker und Geschlechter der Erde" sind.№ № ДL 109/2

In dem MaЯe, wie die Mitglieder unserer Gemeinde ihre Lehrplдne fьr den Glauben Bahá'u'lláhs verfolgen, verstehen sie immer genauer den Sinn hinter den vielfдltigen Wandlungsprozessen, die auf den Verlauf dieses Jahrhunderts einwirken. "Diese gleichzeitigen Prozesse des Aufstiegs und des Untergangs, des Zusammenschlusses und des Auseinanderfallens, der Ordnung und des Chaos mit ihren stдndigen wechselseitigen Auswirkungen aufeinander sind," so versichern uns die Bahб'н-Lehren, "nur Aspekte eines grцЯeren, einzigen, unteilbaren Planes, dessen Quell Gott und dessen Verfasser Bahá'u'lláh ist, eines Planes, der sich auf dem ganzen Planeten als Schauplatz verwirklicht und dessen letztes Ziel die Einheit und der Frieden der gesamten Menschheit ist." № KGG S.114

Uneinigkeit ist das Grundьbel fьr die Probleme, die unseren Planeten so hart bedrдngen. Uneinigkeit durchdringt die menschliche Haltung in allen Lebensbereichen. Sie ist der Kern aller grцЯeren Konflikte zwischen Vцlkern und Nationen. Und was noch schlimmer ist: Uneinigkeit ist allgegenwдrtig in den Beziehungen zwischen den Religionen und innerhalb der Religionen; sie verdirbt den geistig-moralischen EinfluЯ, den auszuьben ihr hцchster Zweck ist. "Wьrde die Lampe der Religion verdunkelt," versichert Bahá'u'lláh, "so wдren Chaos und Verwirrung die Folge, und die Lichter der Redlichkeit und Gerechtigkeit, der Ruhe und des Friedens wьrden nicht lдnger scheinen."№ № AKKA aus Kap.8 WOB S.270f

In einer Ausarbeitung ьber solche furchtbaren Folgen stellen unsere Lehren fest: "...wenn als Ergebnis menschlicher Verderbtheit das Licht der Religion in den Menschenherzen erlischt,... setzt ein beklagenswerter Niedergang sofort ein und... zieht alle Ьbel nach sich, die eine widerspenstige Seele zu enthьllen vermag. Die Verderbnis der menschlichen Natur, die Erniedrigung des menschlichen Verhaltens, die Entartung und Auflцsung menschlicher Institutionen offenbaren sich unter solchen Umstдnden in ihren schlimmsten, abstoЯendsten Bildern. Der menschliche Charakter wird entwьrdigt, jedes Vertrauen wird erschьttert, die Nervenstrдnge der Zucht und Ordnung erschlaffen, die Stimme des menschlichen Gewissens wird zum Schweigen gebracht, der Sinn fьr Scham und Anstand wird verdunkelt, die Vorstellungen von Pflicht, Zusammenhalt, Gegenseitigkeit und Treue werden verdreht, das Empfinden fьr Friedfertigkeit, Freude und Hoffnung wird nach und nach ausgelцscht."№ № WOB S.270 ?

Das ist unglьckseligerweise der Zustand, zu dem die Menschen und die Institutionen in unserer Zeit abgesunken sind. Vor diesem Hintergrund erlangen die Erfordernisse des Gottesbundes eine noch entscheidendere Bedeutung als je zuvor. Ohne jeden Zweifel muЯ unsere Gemeinde, wenn sie mit dieser Situation fertig werden will, rasch zur nдchsten Stufe ihrer Entwicklung fortschreiten. Das wird eine Phase sein, in der Bahá'u'lláhs Glaube sich unausweichlich auf eine tiefgreifende Begegnung mit denjenigen Krдften einstellen muЯ, die mit derart bestьrzendem Ungestьm in der ganzen Welt am Werk sind. Lassen Sie uns deshalb heute die gьnstige Gelegenheit nutzen, die Vorkehrungen zu betrachten, mit der Gottes Bund unsere Tдtigkeiten hervorbringt und abstьtzt.

Unser Glaube ist gegrьndet auf die Anerkennung der Souverдnitдt Gottes, der unerkennbaren Wesenheit, des hцchsten Schцpfers, und auf unsere Unterwerfung unter Seinen Willen, wie ihn Bahá'u'lláh fьr unser Zeitalter offenbart hat. Den Boten Gottes an Seinem Tag anzunehmen und sich Seinem Gebot zu fьgen, sind zwei wesentliche, untrennbare Pflichten; jede Seele ist dazu erschaffen, diese Pflichten zu erfьllen. Der Mensch erfьllt diese doppelte Pflicht nach eigener Wahl; wenn er dies tut, vollbringt er einen Akt, der als hцchster Ausdruck des freien Willens, mit dem der alliebende Schцpfer jedes menschliche Wesen ausgestattet hat, betrachtet werden kann. In diesem leuchtenden Zeitalter ist Bahá'u'lláhs Bund das Fahrzeug fьr die praktische Erfьllung der beiden Pflichten, das Werkzeug fьr die Umsetzung des Glaubens an Bahá'u'lláh in schцpferische Taten.

Die Einheit der Menschheit ist das Angelprinzip und hцchste Ziel der Sendung Bahá'u'lláhs. Dieses Prinzip bedeutet weit mehr, als den Geist der Brьderlichkeit und des guten Willens unter den Menschen wiederzuerwecken: Es "verlangt eine organische, strukturelle Verдnderung der heutigen Gesellschaft, eine Verдnderung, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat".№ Bahá'u'lláhs Bund verkцrpert Geist, Mittel und Methode zur Erreichung dieses Zieles. Ьber die in Seinem Buch der Gesetze niedergelegten Grundlagen einer neuen Weltordnung hinaus hat Bahá'u'lláh im Buch Seines Bundes die Ernennung Seines Sohnes `Abdu'l-Bahá zum Ausleger Seiner Worte und zum Mittelpunkt Seines Bundes bestдtigt. Als Ausleger wurde `Abdu'l-Bahá der lebendige Mund des Buches Gottes, der Erklдrer des Wortes Gottes; als Mittelpunkt des Bundes wurde Er der unbestechliche Mittler fьr die Anwendung des Wortes auf praktische MaЯnahmen zum Aufbau einer neuen Weltkultur. Gottes Bund ist deshalb eine einmalige Erscheinung des Gцttlichen: Bahá'u'lláh hat `Abdu'l-Bahá nicht nur die nцtige Amtsgewalt fьr die Erfьllung der Anforderungen Seiner einzigartigen Aufgabe ьbertragen, Er hat Ihm auch die Tugenden eines vollkommenen persцnlichen wie gesellschaftlichen Verhaltens verliehen, damit die Menschheit ein dauerhaftes Modell habe, dem sie nacheifern kann. In keinen Annalen der Vergangenheit findet sich eine derartige Vorsehung, die Absicht der Manifestation Gottes abzusichern. № WOB S.70

Dieser Bund Gottes ist die Gewдhr gegen Spaltungen, der Grund, warum alle, die hie und da versucht haben, einen Keil in die Gemeinde zu treiben, auf lange Sicht gescheitert sind. Auch die unablдssige Verfolgung der Gemeinde im Geburtsland Bahá'u'lláhs war auЯerstande, ihre Identitдt zu zerstцren oder ihre organische Einheit zu untergraben. Letzte ruhmreiche Wirkung dieser Vorsehung wird die sichere Errichtung des Reiches Gottes auf Erden sein, wie sie in den alten heiligen Bьchern verheiЯen und von Bahá'u'lláh verkьndet ist.

"Der Tag der VerheiЯung ist gekommen," erklдrt Er in aller Deutlichkeit, "und Er, der VerheiЯene, verkьndet laut vor allen im Himmel und auf Erden: Wahrlich, es gibt keinen Gott auЯer Ihm, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden! Ich schwцre bei Gott! Was seit Ewigkeit in der Weisheit Gottes, des Kenners des Sichtbaren wie des Unsichtbaren, verwahrt war, ist offenbart. Glьcklich das Auge, das Gottes Antlitz sieht, und das Angesicht, das sich Ihm, dem Herrn allen Seins, zuwendet!"№ № KGG S.122

In der Tat fьhrte Bahá'u'lláhs Kommen die Welt in ein neues Zeitalter und ermцglichte eine vцllig neue Beziehung zwischen der Menschheit und ihrem allhцchsten Schцpfer. Die Wesensmerkmale dieser Beziehung sind in dem Bunde zusammengefaЯt, der mit Seinem Hinscheiden vor einem Jahrhundert begann. Seine geistige Dynamik, seine Bindekraft, seine vereinenden Grundsдtze und praktisch-institutionellen Vorkehrungen sind ein Muster fьr die Heilung der Krankheiten unserer zertrьmmerten Gesellschaften und unserer mangelhaften Sozialsysteme. Bahá'u'lláhs Bund gibt der wechselvollen Menschheitsgeschichte neuen Sinn; er verleiht dem menschlichen Streben frischen Antrieb. "Wie eine Schlagader" sagt Abdu'l-Bahá, "bebt und pulsiert er im Leibe der Welt."№ Sein durchdringender EinfluЯ trifft das Durcheinander der menschlichen Angelegenheiten mitten ins Herz und treibt den immer schnelleren Ьbergang von der alten Ordnung zu der von Bahá'u'lláh geschauten neuen Weltordnung voran. "Bald," schreibt Er, "wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Statt entfaltet werden."І Und Er erlдutert dazu: "Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser grцЯten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewьhlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat."і № Star of the West Vol. 10 No.12 (16.Okt.1919) p.233, І ДL 4/2, і ДL 70/1

Mцgen alle, die sich um den Zustand und das Schicksal der Welt Sorgen machen, den Ansprьchen Bahá'u'lláhs die nцtige Beachtung schenken. Mцgen sie erkennen, daЯ die gegen die Grundmauern der Gesellschaft anrennenden Stьrme nicht zur Ruhe kommen werden, sofern und ehe nicht bei der Suche nach Lцsungen fьr gesellschaftliche Probleme geistige Grundsдtze aktiv eingesetzt werden. Lassen Sie uns als Anhдnger Bahá'u'lláhs unsere Bemьhungen verdoppeln, um unsere heilige Pflicht zu erfьllen und die ganze Menschheit mit der belebenden Absicht von Bahá'u'lláhs "weltweitem Gesetz" vertrautzumachen. Lassen Sie alle entdecken, daЯ es, "weit davon entfernt, auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung abzuzielen, ihre Grundlagen zu erweitern (und) ihre Institutionen in einer Weise umzugestalten sucht, die mit den Bedьrfnissen einer stets sich wandelnden Welt in Einklang steht."№ Lassen Sie uns in Geduld und Demut antworten auf herausfordernde oder skeptische Fragen, wдhrend wir die Absichten dieses Gesetzes darlegen. Lassen Sie alle wissen, daЯ es "mit keiner rechtmдЯigen Untertanenpflicht in Widerspruch sein und wirkliche Treue untergraben" kann. Seine Absicht ist weder, die Flamme einer vernьnftigen Vaterlandsliebe in den Herzen der Menschen zu ersticken, noch das System nationaler Selbstдndigkeit abzuschaffen, das so wesentlich ist, wenn die Ьbel ьbertriebener Zentralisation vermieden werden sollen." № WOB S.67

Lassen Sie uns durch Wort und Beispiel zeigen, daЯ dieses Gesetz "weder die Verschiedenheiten der vцlkischen Herkunft, des Klimas, der Geschichte, Sprache und Ьberlieferung, des Denkens und der Gewohnheit ьbersieht, die die Vцlker und Lдnder der Welt unterschiedlich gestalten, noch sie auszumerzen versucht." Und lassen Sie schlieЯlich alle wьrdigen, daЯ es "nach grцЯerer Treue ruft, nach stдrkerem Bemьhen als irgendein anderes, das je die Menschenwelt beseelt hat", daЯ es "auf der Unterordnung nationaler Regungen und Belange unter die zwingenden Ansprьche einer geeinten Welt besteht", daЯ es "einerseits die ьbersteigerte Zentralisation verwirft und zum anderen allen Versuchen der Gleichmacherei entsagt", - daЯ mit einem Wort "seine Losung Einheit in der Mannigfaltigkeit" ist.№ № WOB S.68

Es ist besonders bemerkenswert, daЯ das heilige Bahб'н-Jahr mit Gedenkfeiern zu anderen welterschьtternden Ereignissen zusammenfдllt, Ereignissen, die vor vielen Jahrhunderten Prozesse in Gang setzten, die ihre ruhmreiche Vollendung am verheiЯenen Tag Gottes finden sollen. Die letztendliche Lцsung der tiefgreifenden Fragen, welche von diesen Ereignissen aufgeworfen wurden und im Laufe der Zeit herangereift sind, ist in der schlieЯlichen Verwirklichung des weltumspannenden Systems Bahá'u'lláhs erkennbar.

Unsere Gedanken wenden sich der Geschichte von `Abdu'l-Bahás heldenhafter Reise in den Westen zu, besonders nach Nordamerika, wo er in New York Seinen westlichen Jьngern die Tragweite des Bundes Bahá'u'lláhs enthьllte. Das war in gewissem Sinn ein Akt der Erneuerung, eine Vorschau auf die gefestigte Einheit der Alten mit der Neuen Welt in einer weltweiten Gestaltung. Von `Abdu'l-Bahá "Stadt des Bundes" benannt, hallt New York wider von den Wirkungen dieser Erfahrung vor achtzig Jahren. Damals war die Stadt das wichtigste Tor zum "Land der VerheiЯung" fьr Millionen Menschen, die neue Horizonte suchten. Heute ist sie ein anerkannter Treffpunkt fьr die Fьhrer der Nationen, ein internationaler Schauplatz fьr Bemьhungen um die Einheit im politischen Bereich. Ihre Luft vibriert von den Hoffnungen einer Welt, die ihre Angelegenheiten zu ordnen sucht. Die Herzen aller Bahá'í rund um die Erde sind heute auf diese Stadt des Bundes gerichtet, wo sich viele tausend ihrer Glaubensbrьder und -schwestern aus allen Teilen des Planeten zum zweiten Bahб'н-WeltkongreЯ versammelt haben. DaЯ dort die Menschheit in so groЯer Mannigfaltigkeit vertreten ist, bekrдftigt die einende Macht des Gottesbundes, den zu feiern dieser KongreЯ einberufen wurde.

In dieser Jahreszeit des Neubeginns und des Gedenkens an neue Anfдnge setzen wir Bahá'í uns einen neue MaЯstab des Bemьhens, wagemutiger und beharrlicher als je zuvor. Mцgen unsere Worte verkьnden und unsere Taten beweisen, daЯ es nur einen Gott gibt, nur eine Religion, nur eine Menschenrasse. So wenig wir auch sind, mцgen wir auf diese Weise unsere Pflicht vor Bahá'u'lláh, Seinem Bund und fьrwahr der ganzen Menschheit erfьllen.

The Universal House of Justice

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