während die weltweite Baha'i-Gemeinde in gemeinsamer, koordinierter Anstrengung den Fortschritt im Prozess des Beitritts in Scharen fördert, finden am Baha'i-Weltzentrum, wie unsere Ridvan-Botschaft 2006 an die Bahá'í der Welt ahnen ließ, zurzeit Entwicklungen von weitreichender Bedeutung statt.
Der Weg für die weitere Verschönerung der Umgebung des Schreins Bahá'u'lláhs, der Qiblih des Volkes Baha, die 'Abdu'l-Bahá als den »leuchtenden Schrein« und »den Ort« beschreibt, »den die Himmlische Schar umkreist«, ist nun geebnet. Nach jahrelangen Verhandlungen wurde mit der israelischen Regierung ein Übereinkommen über den Erwerb eines rechteckigen, 90.000 Quadratmeter großen Grundstücks getroffen, das zwischen Bahji und der Hauptstraße liegt und derzeit von der Regierung genutzt wird.
Weiter vergrößert wurde der Grundbesitz des Glaubens, nach mehr als zwanzigjährigen Verhandlungen, durch den Vertragsabschluss über einen Landtausch mit der Israel Land Administration, bei dem ein dem Glauben vermachtes Stück Land in Ein Sara, nahe Naharija, nördlich von 'Akka, eingetauscht wird gegen weitere 100.000 Quadratmeter Land im Osten des Landhauses von Bahji, ein weiteres Gebiet von ungefähr 32.000 Quadratmetern, das an die Insel des Gartens Ridvan grenzt sowie die dem Landhaus von Mazra'ih benachbarte Karawanserei. Mit den Behörden dauern Gespräche an wegen eines weiteren Landtausches, bei dem wiederum Land in Ein Sara verwendet werden soll, um zusätzlich Grundbesitz in nächster Nähe der heiligen Baha'i-Stätten in der Gegend von 'Akka zu erwerben, was notwendig ist, um die Heiligkeit und Ruhe dieser Orte angesichts der raschen Verstädterung der Region zu bewahren.
Zurzeit werden Maßnahmen ergriffen, um einen Gesamtplan für den Ausbau dieser heiligen Stätten in den unmittelbar bevorstehenden Jahren zu entwerfen, so dass die charakteristischen Merkmale aus der Zeit, als Bahá'u'lláh sie mit Seiner Gegenwart segnete, erhalten bleiben, während zugleich Einrichtungen für die wachsende Zahl von Pilgern und Besuchern bereit gestellt werden. Des weiteren wurde die Restaurierungsarbeit an den Junayn-Gärten - einer Obstplantage mit kleinem Bauernhaus nördlich von Bahji - abgeschlossen, die Bahá'u'lláh von Zeit zu Zeit aufsuchte und die später dem Glauben als Schenkung überlassen wurden.
Gegenwärtig wird der Garten Ridvan in einem breit angelegten Projekt in den Zustand wiederhergestellt, als Bahá'u'lláh ihn nach Seiner neunjährigen Gefangenschaft in den Mauern der Gefängnisstadt 'Akka besuchte. Von Ihm als »Unsere grüne Insel« und das »Neue Jerusalem« beschrieben, erfreute sich Bahá'u'lláh an der Beschaulichkeit des Ortes mit seinen »fließenden Bächen und Bäumen in voller Pracht, zwischen deren Blättern die Sonne spielte«. Die dortigen Arbeiten umfassen unter anderem den Bau eines Wasserkreislaufsystems, das die Insel wiederherstellen wird, die Bahá'u'lláh häufig aufsuchte, sowie die Restaurierung einer alten Mühle, die zu Seiner Zeit in Betrieb war.
Nicht weniger wichtig sind die Arbeiten am Berg Karmel. Das Internationale Archivgebäude, das vor über fünfzig Jahren zu einer Zeit erbaut wurde, als die Mittel im Heiligen Land beschränkt waren, wird umfassend renoviert und ausgebaut. Dieses Gebäude, das vom Hüter als »bleibende und würdige Aufbewahrungsstätte für die unschätzbaren und zahlreichen Reliquien, die mit den beiden Stiftern des Glaubens, dem vollkommenen Vorbild seiner Lehre und seinen Helden, Heiligen und Märtyrern verbunden sind« bezeichnet wurde, wird baulich verstärkt; Vorkehrungen werden getroffen, um es für behinderte Menschen zugänglich zu machen; die Art der Präsentation der Reliquien wird verbessert; ein umfangreiches Sicherheitssystem wird installiert; das äußere Mauerwerk wird restauriert; und der Innenraum wird durch die Verlegung eines Granitbodens aufgewertet.
Detaillierte Pläne für die Renovierung des Schreins des Báb wurden ausgearbeitet, des »majestätischen Mausoleums«, das Shoghi Effendi als »die Königin des Karmels« rühmte »die auf dem Berge Gottes, mit glühendem Golde gekrönt, in schimmerndes Weiß gekleidet und mit smaragdenem Grün umgürtet, ihren Thron eingenommen hat und aller Augen aus den Lüften, vom Meere, von der Ebene und vom Hügel her entzückt«. Diese Arbeiten werden auch den Einbau einer, für Pilger oder Besucher nicht sichtbaren, erdbebensicheren Verstärkung umfassen, sowie die Herrichtung der drei Räume, die bisher nicht für Meditation oder Gebet zur Verfügung stehen, Reparaturen an der Kuppel und den Austausch von inzwischen verwitterten und verblassten Kacheln, um ihnen ihren alten Glanz zurückzugeben.
Die Arbeiten am Weltzentrum des Glaubens bedeuten weit mehr als das Reparieren, Renovieren und Verschönern von Gebäuden und Gärten von historischer Bedeutung. Am besten können sie durch den Hinweis Bahá'u'lláhs eingeschätzt werden, dass der Karmel zum »Thronsitz Gottes« bestimmt ist, und durch die klare Erkenntnis Seiner Anhänger, dass die Qiblih der heiligste Ort auf Erden ist, während die Plätze, an denen Er Zeiten der Ruhe fand, für immer durch Seine Gegenwart geheiligt sind. Aus dieser Sicht sind diejenigen, die sich an diesem Unternehmen beteiligen, sei es durch ihre hingebungsvolle Arbeit oder durch opferbereites Spenden für den Fonds, weit über ihr Vermögen hinaus, es zu erfassen, begünstigt.
Das Universale Haus der Gerechtigkeit