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Briefe des UHG : 2007 Sept, 30 intensives Wachstum
DAS INTERNATIONALE LEHRZENTRUM
BAHÁ’Í WELTZENTRUM
30. September 2007
An alle Kontinentalen Berater
Innig geliebte Mitarbeiter,

während der letzten Monate hielten die Kontinentalen Beraterämter ihre halbjährlichen Beratertagungen ab und konzentrierten sich auf die Herausforderung, die Bewegung der Cluster zu beschleunigen und eine zunehmende Anzahl intensiver Wachstumsprogramme zu starten. Vertreter des Internationalen Lehrzentrums nahmen an jedem dieser Treffen teil und teilten die Einsichten mit, die wir bei unseren Reisen und aus Ihren Berichten über eine weite Palette von Clustern gesammelt haben. Die Beratungen bei diesen Treffen haben neben den jüngsten Erfolgen auf dem Feld des Lehrens, resultierend aus den neuen Herangehensweisen, die wir besprochen hatten, unser Verständnis des Wachstums noch weiter bereichert. Über Wachstum zu lernen, ist ein dynamischer Prozess. Je mehr wir handeln, desto mehr lernen wir. Als Teil des fortlaufenden Lernens möchten wir mit Ihnen einige unserer gegenwärtigen Gedanken darüber teilen, wie der Prozess des Beitritts in Scharen gefördert werden kann - mit speziellem Augenmerk auf Hunderte noch weniger entwickelter Cluster, die bis zum Ende des Fünfjahresplanes ein Niveau bedeutenden, anhaltenden Wachstums erreichen müssen. Wir hoffen, dass diese Sichtweisen Ihnen helfen werden, die Hilfsamtsmitglieder und ihre Assistenten bei ihren Bemühungen zu führen, das Lehren zu beleben, dynamisches Wachstum zu fördern und dadurch die Ziele bis zum kommenden Ridván zu erreichen.

In der kurzen Zeitspanne seit Sie an den Konferenzen der Hilfsamtsmitglieder teilnahmen, haben wir gesehen, wie der Geist und die Entschlossenheit, die Sie und Ihre Helfer bei diesen Treffen zeigten, in hingebungsvollen Bemühungen, den Handlungsrahmen an der Basis zu fördern, umgesetzt wurden. Dass „Sie mit der ganzen Kraft [Ihrer] Energie“ vorangegangen sind, ist überdeutlich zum Ausdruck gekommen. Ebenso klar ist, dass die Geschwindigkeit, mit der intensive Wachstumsprogramme ins Leben gerufen werden, auf jedem Kontinent drastisch beschleunigt werden muss, wenn wir das Ziel von 1500 Wachstumsprogrammen bis zum Ende des Planes erreichen wollen. Diese Herausforderung wird deutlich, wenn wir überlegen, dass an Ridván 2008 40 Prozent des Fünfjahresplanes vollendet ist. Wir glauben, dass die Ziele, die sich die Länder für die nächsten Monate gesetzt haben, voll erreichbar sind. Zielvorgaben für den Beginn intensiver Wachstumsprogramme können angepasst werden, wenn sie nicht realistisch sind, aber sie können nicht immer wieder verschoben werden. Erforderlich ist die breitere Anwendung einiger weniger Schlüsselstrategien, die Clustern im Anfangsstadium größere Schwungkraft verliehen haben und auch einen deutlichen Aufschwung bei den Erklärungen in Clustern mit intensiven Wachstumsprogrammen zur Folge hatten.

Ein Dreimonatszyklus der Aktivitäten

Eine der bemerkenswertesten Einsichten, die aus der Erfahrung in fortgeschrittenen Clustern gewonnen wurde, ist, dass viele Dimensionen des Aktionsrahmens, die entscheidend für den Fortschritt eines intensiven Wachstumsprogramms sind, auch Bestandteile des Fortschritts in weniger entwickelten Clustern sind. Ungeachtet des Entwicklungsstadiums ist es für die Freunde – auch wenn ihre Anzahl gering ist - in jedem Prioritätscluster, hilfreich, Aktionspläne für einen Dreimonatszyklus zu erstellen. Dies führt zu einem Rhythmus, der den Gläubigen und den Institutionen hilft, mehr Systematik im Prozess der Beratung, des Handelns und der Reflexion zu erreichen und sie auf ihr künftiges intensives Wachstumsprogramm vorzubereiten.

Bewertung der Stärke des Institutsprozesses

Eine weitere Lehre, die aus der Erfahrung von Clustern mit intensiven Wachstumsprogrammen gezogen werden kann, ist, dass die Bewertung der Stärke des Institutsprozesses sich an Aktivität und Wachstum orientieren sollte und nicht allein am Erreichen festgelegter Zahlenziele. In einigen Fällen wurden solche Zahlenziele zu Hindernissen für den Fortschritt des Clusters. Während des vorangegangenen Planes glaubte man, dass das Erreichen der günstigen Bedingung „eine große Gruppe ergebener und fähiger Gläubiger zu haben, die die Grundvoraussetzungen für anhaltendes Wachstum verstehen“, bedeutete, dass wenigstens 40 – 50 Gläubige die Kursfolge beendet haben mussten, bevor ein dynamisches Umfeld für Wachstum geschaffen werden konnte. In vielen Fällen ist dies richtig, besonders wenn weniger als die Hälfte dieser Gläubigen sich zum Dienen erhebt und das, was in den Institutskursen gelernt wurde, in konstruktives Handeln umsetzt. Jedoch haben jüngste Erfahrungen gezeigt, dass in manchen Regionen eine weit kleinere Zahl von Freunden, die voll und ganz im Aktionsrahmen engagiert sind, einen Wachstumsprozess mit ständigen Erklärungen in die Wege leiten und aufrecht erhalten können, vorausgesetzt, die neuen Gläubigen werden gefördert und trainiert, die Arbeit der Sache in ihrem Cluster rasch mit zu schultern. Der Unterschied in diesen Clustern ist, dass die Bemühungen der Gläubigen, die die Kursfolge abgeschlossen haben, vermehrt werden durch die leidenschaftliche Beteiligung jener Freunde an den Aktivitäten des Planes, die sich noch in früheren Stadien der Kursfolge befinden.

Das Fundament für ein Wachstumsprogramm legen

Wie Sie wissen, ist eine wichtige Erkenntnis, dass sich keine zwei Cluster genau gleichen. Im Besonderen haben die weniger entwickelten Cluster, die während der nächsten Jahre am weitesten vorankommen müssen, jeweils unterschiedliche Stärken, Bevölkerungen, Empfänglichkeit und andere Bedingungen. Die Aufgabe, die Stärke dieser Cluster einzuschätzen, erfordert einen sorgfältigen Blick auf die Fähigkeiten der Einzelnen in dem speziellen Cluster, um durch Lehren und Kernaktivitäten zu beginnen, die Grundvoraussetzungen eines Wachstumsprogramms zu legen. In dem Maße wie sich die menschlichen Ressourcen in solchen Clustern mehren und die Gläubigen in ihrem Lehren effektiver werden, wird das Wachstumsprogramm ein intensives Stadium erreichen. Somit ist die Notwendigkeit, dass die Institutionen ihre Kriterien für das Fortschreiten der Cluster neu betrachten, nicht lediglich ein Ruf nach Flexibilität, sondern danach, zu erkennen, dass die Bewegung der Cluster von einer Kategorie zur nächsten einen nahtlosen Prozess systematischen organischen Wachstums darstellt, anstatt eine Rangfolge aufgestellter Hürden.

Eine neue Betonung auf das Lehren

In Clustern im Anfangsstadium der Entwicklung ist es möglich, mit einer Kerngruppe von Gläubigen – sagen wir fünf bis zehn – zu arbeiten und einen Prozess in Gang zu setzen, der zu anhaltendem Wachstum führt, indem man ihnen eine Vision des Aktionsrahmens vermittelt, ihnen beim Aufstellen von Plänen hilft und sie beim Lehren oder anderen Diensten begleitet. Man sollte nie unterschätzen, was eine Handvoll fähiger Tutoren bewirken kann und wie wirkungsvoll sie auf Wachstum reagieren und neue menschliche Ressourcen aufbauen können. Der entscheidende Bestandteil eines solchen beginnenden Wachstumsprogramms ist das Gewicht, das auf das Lehren gelegt wird; dies muss von Anfang an vorhanden sein. Und wiederum ist dies ein Schlüsselelement des Lernens von Clustern mit intensivem Wachstumsprogramm. Jene, die eine gesunde, beständige Wachstumsstruktur erreicht haben, zeichnen sich durch die Konzentration auf das Lehren, im Besonderen das direkte Lehren, und nicht nur auf Einladungen zu Kernaktivitäten aus. Wo intensive Wachstumsprogramme auf einem Plateau geringer Erklärungszahlen stocken, ist die im Aktionsrahmen fehlende Dimension die des direkten, kollektiven Lehrens.

Die Gläubigen zum Lehren führen

In einem sich formenden Cluster kann der Schwerpunkt auf das Lehren nicht nur aus direktem persönlichen Lehren bestehen, sondern auch aus kleinen gemeinschaftlichen Anstrengungen, die, wie die Erfahrung zeigt, den Wachstumsprozess antreiben und den Fortschritt des Cluster beschleunigen können. Die Freunde mögen zur Vorsicht gemahnt werden müssen, ihre menschlichen Ressourcen nicht zu überfordern, doch die Entwicklung einer Kultur des Lehrens, unterstützt durch fortlaufendes Training, wird der sicherste Weg zu einem intensiven Wachstumsprogramm sein. Mehr noch, wenn die Gläubigen die Süße der Lehrerfahrung kosten, nährt dies ihre Begeisterung. Eine weitere Lehre aus einigen fortgeschrittenen Clustern ist, dass sich die Freunde oft nicht leicht mobilisieren lassen, wenn sie die Institutskurse abgeschlossen haben, da keine Anforderungen an sie gestellt werden, wie dies beim Zustrom neuer Gläubigen der Fall wäre. Wenn Wachstum vorhanden ist, erheben sich die Gläubigen zum Dienst und es kommt zu Bewegung.

Lehrprojekte

Neben der konzentrierten Aufmerksamkeit auf die weniger entwickelten Cluster, die in den kommenden Monaten deutlich vorankommen müssen, ist es vorrangig für Sie und Ihre Hilfsamtsmitglieder, dabei zu helfen, verstärktes Wachstum in den fortgeschrittenen Clustern herbeizuführen. Der Mangel an bemerkenswertem Wachstum in vielen intensiven Programmen kann auf unwirksame Ausbreitungsphasen zurückgeführt werden. Wie Sie selbst beobachtet haben, fehlt dieser Phase oft die Intensität, und die Art der unternommenen Aktivitäten gleicht der jener, die während des Restzyklus ablaufen. Ein Lehrprojekt, das eine zunehmende Anzahl von Freunden in eine geplante gemeinsame Anstrengung einbezieht, sich über ein oder zwei Wochen erstreckt, eine Reihe direkter Methoden anwendet, sich auf eine empfängliche Bevölkerung richtet, die Anstrengungen mehrerer Lehrteams koordiniert und die Gläubigen in einer intensiven, durch tägliches Gebet beseelten Bemühung engagiert, ist das Kennzeichen einer Ausbreitungsphase.

Einsatz von Ressource-Personen

Damit noch mehr intensive Wachstumsprogramme gemeinschaftliche Lehrprojekte in Gang setzen und einen Durchbruch an Erklärungen erreichen, haben wir Sie ermutigt, Ressource-Personen zu ermitteln und einzusetzen, die dynamische Lehrer sind, Erfahrungen mit dem Aktionsrahmen des Planes aufweisen, Begeisterung und Intensität hervorzurufen vermögen, und die verfügbar sind, um die Fähigkeiten der Freunde in diesen fortgeschrittenen Clustern anzuleiten und aufzubauen, über mehrere Zyklen hinweg ein Projekt während der Ausbreitungsphase durchzuführen. Die ersten Ergebnisse dieser Vorgehensweise sind äußerst ermutigend. Das Einsetzen dieser Ressource-Personen neben jenen, die Sie für den Institutsprozess, für Juniorjugend-Gruppen und für Besuche zu Hause vorgesehen haben, sollte die wichtigste Strategie in Clustern mit intensivem Wachstumsprogramm sein, und ist ebenso für jene geeignet, die sich auf dieses Stadium zubewegen.

Pionieren im eigenen Land

Zusätzlich zu den Kurzzeit-Ressource-Personen möchten wir erneut die Notwendigkeit unterstreichen, auf ausgesuchte ergebene Gläubige zuzugehen, die nachweislich Erfahrung damit haben, Kernaktivitäten ins Leben zu rufen, und sie darauf anzusprechen, den besonderen Dienst des Pionierens im eigenen Land in Betracht zu ziehen. Obwohl Sie den Freunden diese Möglichkeit eröffnen werden, sollte die Motivation, das Feld des Pionierens zu betreten, aus ihnen selber kommen. Wenn nötig, kann finanzielle Unterstützung gewährt werden, doch muss solch ein Dienst seinen Impuls aus „den geistigen Energien jener standhaften und ergebenen Seelen erhalten, die sich danach sehnen, auf dem Pfade Gottes zu arbeiten ohne die Erwartung einer Belohnung finanzieller Art.“ In Clustern, die am Anfang ihrer Entwicklung stehen, sind sowohl Kurz- als auch Langzeitpioniere erforderlich, die helfen den benötigten Kern von Gläubigen zu bilden, um die sich gegenseitig verstärkenden Prozesse des Lehrens und der Ausbildung zu etablieren. In den fortgeschrittenen Clustern ist es klar, dass ohne den bewussten Einsatz von Pionieren in bestimmtem Gebieten oder Sektoren des Clusters, wo empfänglichere Bevölkerungsgruppen wohnen, der erwartete Durchbruch bei der Erreichung von Erklärungen in großem Maßstab nicht zustande kommen kann. Obgleich große Fortschritte durch Gläubige bewirkt werden können, die in der Nähe von Gebieten mit empfänglichen Gruppen leben und die sich der Einführung regelmäßiger Kernaktivitäten in diesen Gebieten widmen, wird die Niederlassung von Pionieren, und sei es für sechs bis zwölf Monate, für Stabilität und Kontinuität in der Lehrarbeit und im Prozess der Gemeinschaftsbildung sorgen.

Es ist erfreulich, dass im ersten Jahr dieses Planes ein höherer Grad von Erklärungen zu verzeichnen war als in jedem der vorangegangen fünf Jahre. Die von den Institutionen und einzelnen Gläubigen bekundete Energie und Hingabe bei der Verfolgung des Zieles, den Prozess des Beitritts in Scharen voranzubringen, haben die Ausgießung göttlicher Gnade angezogen. Bleiben Sie stets zuversichtlich, dass die allliebende Vorsehung Sie bei Ihren heiligen Aufgaben segnen und bestärken wird, und bringen Sie die Entschlossenheit auf, die Talente und Energien der Gläubigen zu vereinen, auf dass die nächsten sechs Monate Zeugen beispielloser Triumphe auf dem Feld des Lehrens werden. Indem wir auf diesem Pfad voranschreiten, werden wir an die inspirierenden Worte der Ermutigung von Shoghi Effendi erinnert: „das Feld in all seiner Größe und Fruchtbarkeit ist weit geöffnet ... Die Ernte ist reif. Die Stunde ist überfällig.“

Wir werden Ihrer herzlich in unseren Gebeten gedenken.

Mit liebevollen Bahá’í-Grüßen
Das Internationale Lehrzentrum
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